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Dora Bromberger - Abschied - um 1930
-> Bild anklicken |
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Dieses Aquarell stammt von der Bremer Malerin Dora
Bromberger, verkauft von einem Händler in der Nähe
von Liverpool. Der Aufkleber der
Rahmenfirma lässt den Schluss zu, dass es vor 1940 nach
England kam. Die Familie Bromberger hatte gute Kontakte
nach England und einige Angehörige sind vor den Nazis
auf die Insel geflüchtet. Doras Bruder Siegfried, der
1939 über England nach Kuba emigrierte, hat nie verstanden, warum
seine beiden Schwestern diese Möglichkeit nicht genutzt
haben.
Die zweite Künstlerin, an die wir heute erinnern, ist
die Malerin und Grafikerin Rahel Szalit-Marcus. Sie stammt
aus Litauen und lebte in München und Berlin, bevor sie
vor den Nazis nach Paris fliehen musste. Sie sprach
mehrere Sprachen und hat viele Bücher illustriert. Das
Blatt, das wir in einem Antiquariat in Bayreuth gefunden
haben, ist eine signierte Lithographie mit einem
Selbstportrait.
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wurde 1888 in Telschi in Litauen, damals Russisches
Kaiserreich, geboren. Sie war eine bekannte jüdische
Künstlerin der klassischen Moderne. Populär wurde
sie im Berlin der Weimarer Republik vor allem durch
ihre Illustrationen jüdischer Kinderbücher und
Bücher bekannter Schriftsteller, wie z. B. Charles
Dickens
Nach dem Suizid ihres Mannes und
der Flucht von Berlin ins
Pariser Exil 1933 wurde sie 1942
in ihrer Wohnung verhaftet und
in das Vernichtungslager
Auschwitz deportiert, wo sie
nach ihrer Ankunft ermordet
wurde. Ein Großteil ihres Werks
gilt seit der NS-Zeit als
verschollen.
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Rahel Szalit-Marcus - um 1930
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Dora Bromberger – um 1920
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wurde 1881 in Bremen geboren. Ihre künstlerische
Ausbildung absolvierte sie in München und Paris, wo
sie ihren charakteristischen Stil des gemäßigten
Expressionismus entwickelte. Als damals bekannte Bremer Malerin war sie
fest in der regionalen Kunstszene verankert.
Trotz ihrer Konversion zum evangelischen Glauben im
Jahr 1888 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen
Herkunft nach 1933 systematisch aus dem öffentlichen
Kunstleben verdrängt. 1941 wurde Dora Bromberger
gemeinsam mit ihrer Schwester Henriette in das
Ghetto Minsk deportiert und 1942 im
Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet. Ein
Großteil ihres Œuvres ging infolge der „Arisierung“
ihres Elternhauses verloren.
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Lilli Fischel und die Karlsruher Kunsthalle
sollte eigentlich nur das Thema dieses Monats sein.
Bei unseren Recherchen sind allerdings Fragen
aufgetaucht, die uns dazu bewogen haben, die
Primärquellen im General Landesarchiv in Karlsruhe
zu durchforsten. Dabei sind wir auf Dokumente
gestoßen, die nun Material für drei Newsletter
bieten.
Lilli Fischel war die erste Frau in Deutschland, die
eine Staatliche Kunsthalle geleitet hat. Als Frau,
Halbjüdin und Verfechterin der Kunst der Moderne bot
sie ihren Kritikern jede Menge Angriffsfläche. Ihr
Leben war ein einziger Kampf, über den wir nun in
drei Teilen berichten werden:
1. Kampf um berufliche Anerkennung
2. Kampf um die Kunst der Moderne
3. Kampf um Wiedergutmachung
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Lilli Fischel um 1928
Foto Lucia Moholy © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
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Ausblick: In einem Second-Handladen im Harz ist im Januar eine signierte Radierung des
Auschwitz-Überlebenden David Friedmann aufgetaucht. Seine Tochter
Miriam, die in New York lebt, hat sie für unsere Sammlung gespendet.
Darüber werden wir im nächsten Newsletter berichten. Thema
des Monats März wird sein: Lilli Fischel - Teil 2: "Kampf um die
Kunst der Moderne"
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Dr. Beatrix Früh
Dipl.-W. Ing. Stefan Schmitt
Das Virtuelle Museum in Karlsruhe
August-Bebel-Straße 34
D-76187 Karlsruhe
Tel: +49 721 75 69 300
Email: info@lostgen.art
Lost Generation Art © 2026
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