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Februar 2026
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foto Dora Bromberger - Abschied - um 1930 -> Bild anklicken
Aktuelles

Dieses Aquarell stammt von der Bremer Malerin Dora Bromberger, verkauft von einem Händler bei Liverpool. Der Aufkleber der Rahmenfirma lässt den Schluss zu, dass es vor 1940 nach England kam. Die Familie Bromberger hatte gute Kontakte nach England und einige Angehörige sind vor den Nazis auf die Insel geflüchtet. Doras Bruder Siegfried, der 1939 über England nach Kuba emigrierte, hat nie verstanden, warum seine beiden Schwestern diese Möglichkeit nicht genutzt haben.

Die zweite Künstlerin, an die wir heute erinnern, ist die Malerin und Grafikerin Rahel Szalit-Marcus. Sie stammt aus Litauen und lebte in München und Berlin, bevor sie vor den Nazis nach Paris fliehen musste. Sie sprach mehrere Sprachen und hat viele Bücher illustriert. Das Blatt, das wir in einem Antiquariat in Bayreuth gefunden haben, ist eine signierte Lithographie mit einem Selbstportrait.

Rahel Szalit-Marcus

wurde 1888 in Telschi in Litauen, damals Russisches Kaiserreich, geboren. Sie war eine bekannte jüdische Künstlerin der klassischen Moderne. Populär wurde sie im Berlin der Weimarer Republik vor allem durch ihre Illustrationen jüdischer Kinderbücher und Bücher bekannter Schriftsteller, wie z. B. Charles Dickens.

Nach dem Suizid ihres Mannes und der Flucht von Berlin ins Pariser Exil 1933 wurde sie 1942 in ihrer Wohnung verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie nach ihrer Ankunft ermordet wurde. Ein Großteil ihres Werks gilt seit der NS-Zeit als verschollen.

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Rahel Szalit-Marcus – um 1920
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Dora Bromberger – um 1920
Dora Bromberger

wurde 1881 in Bremen geboren. Ihre künstlerische Ausbildung absolvierte sie in München und Paris, wo sie ihren charakteristischen Stil des gemäßigten Expressionismus entwickelte. Als eine der bekanntesten Bremer Malerinnen ihrer Zeit war sie fest in der regionalen Kunstszene verankert.

Trotz ihrer Konversion zum evangelischen Glauben im Jahr 1888 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach 1933 systematisch aus dem öffentlichen Kunstleben verdrängt. 1941 wurde Dora Bromberger gemeinsam mit ihrer Schwester Henriette in das Ghetto Minsk deportiert und 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet. Ein Großteil ihres Œuvres ging infolge der „Arisierung“ ihres Elternhauses verloren.

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Thema des Monats

Lilli Fischel und die Karlsruher Kunsthalle sollte eigentlich nur das Thema dieses Monats sein. Bei unseren Recherchen sind allerdings Fragen aufgetaucht, die uns dazu bewogen haben, die Primärquellen im General Landesarchiv in Karlsruhe zu durchforsten. Dabei sind wir auf Dokumente gestoßen, die nun Material für drei Newsletter bieten.

Lilli Fischel war die erste Frau in Deutschland, die eine Staatliche Kunsthalle geleitet hat. Als Frau, Halbjüdin und Verfechterin der Kunst der Moderne bot sie ihren Kritikern jede Menge Angriffsfläche. Ihr Leben war ein einziger Kampf, über den wir nun in drei Teilen berichten werden:

1. Kampf um berufliche Anerkennung
2. Kampf um die Kunst der Moderne
3. Kampf um Wiedergutmachung
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Foto von Lilli Fischel

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Foto bei der Universität Frankfurt ansehen

Quelle: Kunstgeschichtliches Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Ausblick: In einem Second-Handladen im Harz ist im Januar eine signierte Radierung des Auschwitz-Überlebenden David Friedmann aufgetaucht. Seine Tochter Miriam, die in New York lebt, hat sie für unsere Sammlung gespendet. Darüber werden wir im nächsten Newsletter berichten. Thema des Monats März wird sein: Lilli Fischel - Teil 2: "Kampf um die Kunst der Moderne"


Dr. Beatrix Früh
Dipl.-W. Ing. Stefan Schmitt
Das Virtuelle Museum in Karlsruhe
August-Bebel-Straße 34
D-76187 Karlsruhe
Tel: +49 721 75 69 300
Email: info@lostgen.art

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