|
|
|
|
Joachim Weingart - "Junger Mann mit blauer Weste" - um
1930 -> Bild anklicken |
|
|
|
|
|
|
Das alte Jahr endete für uns mit einem absoluten
Highlight. Kurz vor Weihnachten sind wir nach Paris
gefahren, um eines der seltenen Ölgemälde von Joachim
Weingart abzuholen, das wir auf der Internetseite einer
Galerie entdeckt hatten. Ein fantastisches Werk, sowohl
vom Motiv, wie auch von seiner Qualität her. Mit einer
Größe von 81 x 65 cm gehört es zweifellos zu Weingarts
Hauptwerken.
Das zweite Werk, das wir heute präsentieren ist ein
Ölgemälde von Josef Kowner, das wir bei Ebay gefunden
haben. Abgeholt haben wir es in einem Dorf in der Pfalz,
nicht weit von Karlsruhe, wo es mit rund 7.000 anderen
Gemälden in einer Scheune lagerte. Wenn wir das nicht
selbst gesehen hätten, wir würden es nicht glauben. Der
Verkäufer brauchte einige Zeit, um es zu finden...
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
wurde 1895 in Kiew geboren und lebte in Lodz. Nach dem
Einmarsch der Wehrmacht in Polen, am 1. September
1939, wurde er im Februar 1940 im Ghetto
Litzmannstadt, dem umbenannten Lodz, interniert.
Nach der Liquidation des Ghettos im August 1944
wurde er nach Auschwitz deportiert und beim
Vorrücken der Roten Armee nach Westen in das Lager
Wöbbelin, ein Außenlager des KZ Neuengamme,
überstellt.
Bei seiner Ankunft war er körperlich schon stark
geschwächt und wurde im Mai 1945 von US-Truppen
befreit. Kowner überlebte die Gräuel von fünf Jahren
Ghetto und KZ's und erhielt 1946 Asyl in
Schweden, wo er am 8. Mai 1967 als Schwedischer
Staatsbürger in Kalmar verstarb.
|
|
|
|
|
|
|
Josef Kowner um 1930
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Joachim Weingart – um 1935
|
|
|
|
|
|
wurde 1895 in
Drogobytsch, damals Österreich-Ungarn, heute
Ukraine, geboren. Er studierte in Weimar, Wien und
Berlin. 1923 ging er nach Paris und zählt heute zu
den bekanntesten Malern der École de Paris.
Nach der Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht im
Juni 1940, wurde Weingart als jüdischer Künstler
entrechtet und wirtschaftlich isoliert. Im März 1942
wurde er in seinem Pariser Atelier von der Gestapo
verhaftet und zunächst in das Internierungslager
Pithiviers gebracht. Am 17. Juli 1942 wurde er mit
dem Transport Nr. 6 in das Konzentrationslager
Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er ermordet wurde.
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Die Ausstellung "Badische Regierungskunst 1918 –
1933" war der traurige Höhepunkt eines
Karlsruher Kulturkampfes, der schon kurz nach der
Verabschiedung von Hans Thoma, als Leiter der
Badischen Kunsthalle, im Jahre 1919 einsetzte. Es
war der Thoma-Schüler Hans Adolf Bühler, aus der
Nähe von Lörrach, der als Professor der
Kunstakademie den Kampf gegen die Kunst der Moderne
über Jahre befeuerte.
Als bekennender Antisemit und NSDAP-Mitglied schon
1932 zum Leiter der Kunstakademie bestellt, wurde er
am 11. März 1933 auch zum Direktor der Badischen
Kunsthalle ernannt. Seine Amtsvorgängerin Lilli
Fischel wurde am gleichen Tag "beurlaubt". Bühler
veranstaltete im April 1933 eine der ersten
Ausstellungen überhaupt, in denen die Künstler der
Moderne als "entartet" diffamiert wurden.
|
|
|
|
|
|
|
Hans Adolf Bühler – 1923
|
|
|
|
|
| |
Ausblick: im Februar werden wir zwei Künstlerinnen präsentieren, die in den 1920er und 30er Jahren
sehr bekannt waren und heute praktisch vergessen sind. Das Thema des Monats Februar wird sein: "Lilli Fischel -
die erste Frau an der Spitze einer Staatlichen Kunsthalle in Deutschland."
|
|
|
|
Dr. Beatrix Früh
Dipl.-W. Ing. Stefan Schmitt
Das Virtuelle Museum in Karlsruhe
August-Bebel-Straße 34
D-76187 Karlsruhe
Tel: +49 721 75 69 300
Email:
info@lostgen.art |
|
|
|
|
|