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Januar 2026
 
 
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Joachim Weingart - "Junger Mann mit blauer Weste" - um 1930 -> Bild anklicken
 
 
Aktuelles

Das alte Jahr endete für uns mit einem absoluten Highlight. Kurz vor Weihnachten sind wir nach Paris gefahren, um eines der seltenen Ölgemälde von Joachim Weingart abzuholen, das wir auf der Internetseite einer Galerie entdeckt hatten. Ein fantastisches Werk, sowohl vom Motiv, wie auch von seiner Qualität her. Mit einer Größe von 81 x 65 cm gehört es zweifellos zu Weingarts Hauptwerken. 

Das zweite Werk, das wir heute präsentieren ist ein Ölgemälde von Josef Kowner, das wir bei Ebay gefunden haben. Abgeholt haben wir es in einem Dorf in der Pfalz, nicht weit von Karlsruhe, wo es mit rund 7.000 anderen Gemälden in einer Scheune lagerte. Wenn wir das nicht selbst gesehen hätten, wir würden es nicht glauben. Der Verkäufer brauchte einige Zeit, um es zu finden...

 
Josef Kowner

wurde 1895 in Kiew geboren und lebte in Lodz. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen, am 1. September 1939, wurde er im Februar 1940 im Ghetto Litzmannstadt, dem umbenannten Lodz, interniert. Nach der Liquidation des Ghettos im August 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert und beim Vorrücken der Roten Armee nach Westen in das Lager Wöbbelin, ein Außenlager des KZ Neuengamme, überstellt.

Bei seiner Ankunft war er körperlich schon stark geschwächt und wurde im Mai 1945 von US-Truppen befreit. Kowner überlebte die Gräuel von fünf Jahren Ghetto und KZ's und erhielt 1946 Asyl in Schweden, wo er am 8. Mai 1967 als Schwedischer Staatsbürger in Kalmar verstarb.

 

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Josef Kowner – um 1930
 
 
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Joachim Weingart – um 1935
 
 
Joachim Weingart

wurde 1895 in Drogobytsch, damals Österreich-Ungarn, heute Ukraine, geboren. Er studierte in Weimar, Wien und Berlin. 1923 ging er nach Paris und zählt heute zu den bekanntesten Malern der École de Paris.

Nach der Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht im Juni 1940, wurde Weingart als jüdischer Künstler entrechtet und wirtschaftlich isoliert. Im März 1942 wurde er in seinem Pariser Atelier von der Gestapo verhaftet und zunächst in das Internierungslager Pithiviers gebracht. Am 17. Juli 1942 wurde er mit dem Transport Nr. 6 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er ermordet wurde.

 

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Thema des Monats

Die Ausstellung "Badische Regierungskunst 1918 – 1933" war der traurige Höhepunkt eines Karlsruher Kulturkampfes, der schon kurz nach der Verabschiedung von Hans Thoma, als Leiter der Badischen Kunsthalle, im Jahre 1919 einsetzte. Es war der Thoma-Schüler Hans Adolf Bühler, aus der Nähe von Lörrach, der als Professor der Kunstakademie den Kampf gegen die Kunst der Moderne über Jahre befeuerte.

Als bekennender Antisemit und NSDAP-Mitglied schon 1932 zum Leiter der Kunstakademie bestellt, wurde er am 11. März 1933 auch zum Direktor der Badischen Kunsthalle ernannt. Seine Amtsvorgängerin Lilli Fischel wurde am gleichen Tag "beurlaubt". Bühler veranstaltete im April 1933 eine der ersten Ausstellungen überhaupt, in denen die Künstler der Moderne als "entartet" diffamiert wurden.

 

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Hans Adolf Bühler – 1923
 

Ausblick: im Februar werden wir zwei Künstlerinnen präsentieren, die in den 1920er und 30er Jahren sehr bekannt waren und heute praktisch vergessen sind. Das Thema des Monats Februar wird sein: "Lilli Fischel - die erste Frau an der Spitze einer Staatlichen Kunsthalle in Deutschland."

 


 

Dr. Beatrix Früh
Dipl.-W. Ing. Stefan Schmitt
Das Virtuelle Museum in Karlsruhe
August-Bebel-Straße 34
D-76187 Karlsruhe
Tel: +49 721 75 69 300
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