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März 2026
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Henri Epstein - Hirten auf der Weide
um 1930 -> Bild anklicken

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David Friedmann - Am Werbellinsee
um 1920 -> Bild anklicken

Aktuelles

Dieses farbenfrohe Gemälde sowie ein imposantes Aquarell des polnischen Malers Henri Epstein haben wir in einer Galerie in Paris entdeckt, wo er vor seiner Verhaftung und der Internierung im Sammellager Drancy gelebt hat. Die ländliche Szene aus der Bretagne zeigt Epstein auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Meisterschaft, die in schmerzlichem Kontrast zu seinem tragischen Schicksal steht.  

Werke von David Friedmann sind eine Rarität auf dem Kunstmarkt, da ein Großteil seines Œuvres seit seiner Flucht aus Deutschland als verschollen gilt. Umso überraschender war es, dass dieses Werk in einer Spendenkiste für einen Secondhand-Shop in Quedlinburg auftauchte. Die Mitarbeiterin, fasziniert von dem Motiv und der Ruhe, die es ausstrahlt, identifizierte es als das Werk eines Auschwitz-Überlebenden. Ihre Recherche führte sie zu Friedmanns Tochter in New York, die vorschlug, das Blatt unserer Sammlung zu spenden. Über diesen außergewöhnlichen Fund berichtete auch die Mitteldeutsche Zeitung, deren Artikel wir hier in voller Länge wiedergeben können.

 

David Friedmann

war in den 1920er Jahren einer der gefragtesten Pressezeichner Berlins, wo er das gesellschaftliche und politische Leben, sowie viele Sportveranstaltungen für die großen Tageszeitungen dokumentierte. Auch als Maler war er erfolgreich - seine Werke waren in Ausstellungen und Galerien vieler Städte in Deutschland zu sehen.

Wegen seiner jüdischen Herkunft verlor er unter den Nazis seine Existenz und floh 1938 nach Prag. Er überlebte die Deportationen nach Litzmannstadt, Auschwitz sowie Gleiwitz I und hielt das in den KZ erlebte Grauen nach seiner Befreiung in Gemälden und Zeichnungen fest. Infolge des NS-Kunstraubs ging ein Großteil seiner in Deutschland und der Tschechoslowakei entstandenen frühen Werke entweder verloren oder wurde zerstört.

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David Friedmann – um 1930 

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Henri Epstein – um 1930
Henri Epstein

ließ sich nach seiner Ausbildung in München 1913 in Paris nieder. Als bedeutender Vertreter der „École de Paris“ schuf er im Künstlerviertel Montparnasse ein expressives Werk, das Stillleben, Landschaften und Szenen des französischen Alltags umfasst. Aber er wollte auch zeigen, dass jüdische Kunst modern und eigenständig sein kann, statt sich nur an europäischen Traditionen zu orientieren.

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war Epstein nach der deutschen Besetzung Frankreichs zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Im Februar 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, über das Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert und dort im selben Jahr ermordet. Sein Werk gilt heute als wichtiges Zeugnis der jüdischen Moderne in Paris.

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Thema des Monats

Lilli Fischel Teil 2 - Kampf um die Kunst der Moderne
Lilli Fischel übernahm nach dem Tod des Direktors 1927 die Leitung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. In Fortführung einer modernen Ankaufspolitik geriet sie schnell in das Visier völkischer Kreise, die ihre Erwerbungen zeitgenössischer und internationaler Kunst massiv kritisierten. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde sie als Halbjüdin im April 1933 aus dem Staatsdienst entlassen und mit einem Berufsverbot belegt. 

Um der drohenden Verfolgung zu entgehen, emigrierte Lilli Fischel nach Paris, wo sie im privaten Kunsthandel tätig war. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich kehrte sie 1939 nach Deutschland zurück und baute sich in München unter prekären Bedingungen eine neue Existenz als Kunsthändlerin auf.

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Lilli Fischel um 1928
Foto Lucia Moholy © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
 

 

Ausblick: Im April werden wir ein beeindruckendes Gemälde des Bruchsaler Malers Leo Kahn präsentieren. Leo Kahn hat in Karlsruhe studiert und ist 1936 mit seiner Familie nach Palästina geflüchtet. Thema des Monats März wird sein: Lilli Fischel - Teil 3: "Kampf um Wiedergutmachung"

 

Dr. Beatrix Früh
Dipl.-W. Ing. Stefan Schmitt
Das Virtuelle Museum in Karlsruhe
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D-76187 Karlsruhe
Tel: +49 721 75 69 300
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